Freiraum - Wohnen unter Denkmalschutz
Detail, 30.06.2010

Das Projekt „Freiraum“,die Sanierung zweier Flügel des denkmalgeschützten Heiliggeistspitals (erbaut 1904 bis 1907), steht im Zentrum des Münchner Projekts Gern 64.
 

Die Denkmalspezialisten Franke Rössel Rieger Architekten verwandelten Nord- und Südflügel des Spitals in außergewöhnlichen Wohnraum. Die Münchner Architekten hatten es sich zum Ziel gesetzt, Hans Grässels Spital von 1907 so authentisch wie möglich zu erhalten. Mit behutsamen und durchdachten Eingriffen des Büros wurde Altbestand bewahrt und sogar zusätzlicher Wohnraum erschlossen. Statt den vorhandenen Grundriss zu ändern, gar die Flügel zu entkernen, haben die Architekten die historische Raumfolge weitgehend erhalten und genutzt: jede Wohnung wird über einen Mittelgang in abzweigende Zimmer erschlossen. „Freiraum“ besteht aus 17 großzügigen Wohnungen: Pro Geschoss sind zwei Wohnungen, in den Mansard- und Dachgeschossen je drei Maisonette-Wohnungen entstanden. Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 170 bis ca. 420 m². Die Räume sind zwischen
3 und 5 Meter hoch, im Dachgeschoss beträgt die Höhe teilweise sogar bis zu 6,50 Meter. Hans Grässel hatte bereits zukunftsweisend mit Stahlbeton gebaut, daher gibt es im „Freiraum“ nicht die für Altbauten typischen
„schwingenden Decken“. Das zu Gründerzeiten verpönte Dachgeschoss zeigt sich nun mit hellen Dachloggien und einem integrierten Verschattungssystem. Optional besitzen die Maisonetten auch Kamine. Ein modernes Raumklimatisierungskonzept sorgt in den Dachgeschosswohnungen mit Hilfe von Grundwasserkühlung für die
richtige Temperatur zu jeder Jahreszeit. Eine Besonderheit des Anwesens ist der sogenannte „Rittersaal“ mit
ca. 420 m² Wohnfläche und einer Raumhöhe von über 5 Metern. 

 

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