Spital mit Stil. Das Projekt "Freiraum" bietet Räume für gehobene Ansprüche
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2010
Im Münchner Westen, zwischen Nymphenburger Schloss und Taxisgarten, entsteht mit
„Gern 64“ auf mehr als 117.000 Quadratmetern ein modernes Wohnquartier...
... das historische Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur verbinden und Raum für unterschiedlichste Lebensentwürfe bieten soll. Grundstückseigentümerin und Bauträger von „Gern 64“ ist die Münchner Gewofag Wohnen GmbH. Das Konzept „Freiraum“, das sich auf zwei sanierte Flügel des denkmalgeschützten Heiliggeistspitals (erbaut von 1904 bis 1907) bezieht, steht im Zentrum des Projekts „Gern 64“. Die Münchner Denkmalspezialisten Franke Rössel Rieger Architekten verwandelten Nord- und Südflügel des Spitals „in außergewöhnlichen Wohnraum“, wie Jürgen Schorn, Geschäftsführender Gesellschafter der mit der Projektentwicklung und Vermarktung betrauten Bauwerk Capital, sagt. Anstatt den vorhandenen Grundriss zu ändern, hätten die Architekten die historische Raumfolge weitgehend erhalten und genutzt: Jede Wohnung werde über einen Mittelgang in abzweigende Zimmer erschlossen. „Freiraum“ besteht aus 17 großzügigen Altbauwohnungen. Pro Geschoss sind zwei Wohnungen, in den Mansardenbereichen und Dachgeschossen je drei Maisonette-Wohnungen entstanden. Die Wohnungsgrößen variieren von 170 bis hin zu circa 420 Quadratmetern. Die Räume sind zwischen drei und fünf Meter hoch, im Dachgeschoss beträgt die Höhe bis zu 6,50 Meter. Helle Dachloggien und ein integriertes Verschattungssystem gehören nach Angaben von Bauwerk Capital zu den weiteren Vorzügen der Wohnungen. Eine Besonderheit von „Freiraum“ ist der Umbau der ehemaligen Stiftsküche zum „Rittersaal“, einer Wohneinheit mit etwa 420 Quadratmetern Wohnfläche und einer Raumhöhe von gut fünf Metern. Die Wohnung kostet laut Schorn knapp zwei Millionen Euro.
Die Quadratmeterpreise im „Freiraum“ liegen nach seinen Angaben zwischen 5000 und 7500 Euro pro Quadratmeter. Von den 17 Wohnungen in „Freiraum“ sind nach Angaben von Schorn neun bereits verkauft. Das Konzept von „Gern 64“ war lange umstritten. Es werde sich hier, so die Befürchtung, eine Art „Reichen-Ghetto“ bilden. Diese Bedenken konnte man inzwischen offenbar zerstreuen. „Wir haben es geschafft, hier ein Quartier für die unterschiedlichsten Zielgruppen zu entwickeln“, sagt Schorn. So schließe sich dem neu gestalteten Barockgarten des „Freiraum“ das Projekt „Lebensraum“ an, ein Neubau der Münchner wgp Architekten. Der U-förmige Baukörper mit 125 Wohneinheiten wurde vor allem für junge Familien und ältere Menschen konzipiert.