„Wir vereinen Kunst mit Kommerz“
Journal München, 29.03.2012

Manchmal beginnt eine Erfolgsstory mit Käse und Wein. Ein Zufall führte den Münchner Architekten Christoph Lemp und den Aachener Bankkaufmann Jürgen Schorn zum Business-Lunch zusammen.

Manchmal beginnt eine Erfolgsstory mit Käse und Wein. Ein Zufall führte den Münchner Architekten Christoph Lemp und den Aachener Bankkaufmann Jürgen Schorn zum Business-Lunch zusammen. Sympathie und guten Ideen folgten mehrere Montagabende mit Vesper und Brainstorming. Zehn Jahre später feiert ihre Geschäftsidee „Bauwerk Capital“ Jubiläum, verzeichnet Erfolg mit vollen Auftragsbüchern bis 2014 und darf sich mit vielen der begehrtesten Preise der Immobilienbranche schmücken.

 

Wer sich auf dem Münchner Immobilienmarkt nach einem Miet- oder Kaufobjekt umsieht, der stürzt sich nicht selten in eine Welt des Chaos. Eigentümer, Makler und Agenturen treiben ebenso konfus auf den Fluten des Immobilienmarkts umher wie Investoren, Bauträger und Architekturbüros. In der Konsequenz bleibt Mietern oder Käufern nur, Glück zu haben, an den richtigen Mann zu geraten und schnell zuzuschlagen, um im Resultat Abstriche an den Wohnansprüchen zu teils horrenden Münchner Marktpreisen festzustellen. Ist halt so? „Nein!“ meinen die beiden Geschäftsführer von Bauwerk Capital. „Kunde zu sein, ist schön“, zählt ebenso zu den simplen Leitsprüchen von Jürgen Schorn, verantwortlich für Personal, Kommunikation und Vertrieb bei Bauwerk, wie „Versprechen werden gehalten“. „Als ich 1998 beruflich nach München zog und auf Wohnungssuche war, erkannte ich enttäuscht, dass teuer nicht gleichzeitig Qualität bedeutet“, erklärt er. „Mit Bauwerk schließen wir die Lücke zwischen Marketing und Architektur und verkaufen unsere Produkte als Marke mit Qualitätsgarantie. Wir analysieren die Möglichkeiten, beraten Investoren und Bauträger, tunen die Architekten auf unseren Stil aus Funktionalität und Wohnqualität. Wir verleihen quasi all den Einzelelementen der Immobilienwelt eine Stimme aus Design und Qualität, die sich klar an den Kunden richtet, seine Wünsche reflektiert und immer wieder in die Arbeitsprozesse einfließen lässt. Gestartet waren wir 2002 mit Bestandsimmobilien, inzwischen machen wir in München 10 Prozent am Neubauvolumen mit einem Immobilienumsatz von 146 Millionen Euro im vergangenen Jahr aus.“

 

Allein hätte Jürgen Schorn den Schritt raus aus einem Konzern in die Selbstständigkeit in den wirtschaftlich unstabilen Zeiten nicht gemacht. Auch weil die Finanzierung durch eine Bank nie zur Debatte stand. „Ich kam damals gerade aus den neuen Bundesländern zurück und wollte mich in München neu orientieren, als Herr Schorn über einen gemeinsamen beruflichen Kontakt mit einer privaten Immobilienfrage auf mich zu kam“, ergänzt Schorns „Sparring-Partner“ Christoph Lemp, dem die Bereiche Immobilienentwicklung, Recht und Finanzen bei Bauwerk unterstehen. „Als sich unsere Unternehmensidee herauskristallisiert hatte, wusste ich, wir mussten nur zehn Prozent besser sein als die anderen, dann würden wir Erfolg haben. Unser Anspruch ist, nur solche Produkte zu verkaufen, in denen wir auch selbst wohnen wollen würden. Natürlich war es anfangs schwer, Investoren auch einmal von unkonventionellen Lösungen zu überzeugen und so mancher Architekt sah es ungern, sich in seinem künstlerischen Ausdruck beraten zu sehen. 2004/2005 hatten wir uns aber mit dem Erfolg der ‚Isarlofts’ einen so guten Namen verdient, dass die Leute auf uns zukamen. Wir hatten sogar Anfragen aus anderen Städten.“

 

Das Erfolgsgeheimnis des Duos? Tiefes, gegenseitiges Vertrauen und Respekt. Beide siezen sich bis heute. „Wir lassen uns Raum in unseren Bereichen und haben als gleichberechtigte Partner die Möglichkeit der ehrlichen Kritik“, sagt Jürgen Schorn, bevor Christoph Lemp einwirft: „Und wir sind Mittagesser. Das schafft uns zwangsweise Zeit zum Austausch.“ Und weil das Projekt doch mit einem Lunch so gut startete, kann es mit jedem Mittagstisch ja eigentlich nur noch besser werden.