Ein rot-grünes Geschäftshaus.
Süddeutsche Zeitung, 15.09.2010

Die Investoren wollen das „Quartier Hofstatt“ an der Sendlinger Straße
mit einigen Änderungen bis Anfang 2013 fertigstellen.

Ein rot-grünes Geschäftshaus.

Die Investoren wollen das „Quartier Hofstatt“ an der Sendlinger Straße mit einigen Änderungen bis Anfang 2013 fertigstellen.

An der Sendlinger Straße, wo früher gleich zwei Münchner Zeitungen gemacht wurden, sollte bis Ende 2011 ein neues Quartier fertig sein – mit Wohnungen, Büros und Läden. Nach diversen Verzögerungen ist dieser Termin nicht mehr zu halten, doch nun nennen die Investoren – die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die FOE Real Estate – eine neue Zielmarke: Anfang 2013 soll das noble „Quartier Hofstatt“ bezugsfertig sein. Zudem hat das Projekt zumindest auf den Reißbrettern der Planer ein neues Gesicht bekommen. Streng genommen sogar gleich zwei,
denn das Münchner Architekturbüro Marcel Meilis hat die Fassaden der geplanten Geschäftshäuser am Färbergraben 14 sowie an der Sendlinger Straße 10 neu gestaltet und die Entwürfe am Dienstag der Kommission für Stadtgestaltung vorgestellt.

Der Eingang am Färbergraben soll größer und einladender ausfallen.
An dem Haus auf dem ehemaligen Gelände der Abendzeitung ändert sich laut einem Sprecher der Investoren nur wenig: Lediglich der Passagen-Eingang ist neu hinzugekommen, der zunächst im ehemaligen Redaktionsgebäude der Süddeutschen Zeitung gleich nebenan sein sollte. Durch die Verschiebung entstehe eine Achse hin zum Jakobsplatz, schon von dort aus soll das neue Quartier einsehbar sein. Die Investoren hoffen, die neue Passage so für Geschäfte wirtschaftlicher und damit attraktiver zu machen. Aus dem selben Grund soll auch der Eingang am Färbergraben größer und einladender ausfallen; hier haben die Architekten die gesamte Fassade völlig überarbeitet. Beim ersten Entwurf hatten sie mit „beweglichen Vorhängen“ gearbeitet, jetzt dominieren Keramik und Glas. Der linke Teil des Geschäftshauses soll Grün werden, der rechte Rot – dazwischen fällt der Blick automatisch auf den zweiten Passagen-Eingang. Ein dritter Weg soll von der Hackenstraße in das Quartier führen.

Die Investoren hatten zeitweise das Passagen-System in Frage gestellt, weil es teuer ist und wertvollen Platz beansprucht. Doch für die Stadt sind gerade diese Durchgänge als Verbindung zwischen der Fußgängerzone, Sendlinger Straße und Asamhof zentral für die Weiterentwicklung der Innenstadt. In den Unterlagen heißt es nun, dass die Höfe „mit einer schlüssigen Wegführung“ an das bestehende öffentliche Wege- und Passagensystem der Altstadt angebunden werden sollen. Welche weiteren Änderungen die Architekten am Dienstag vorstellen wollten, war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Für das ehemalige AZ-Verlagshaus hatten die Planer angekündigt, auch ein neues Nutzungskonzept vorzustellen. Ziel sei eine gemischte Nutzung mit je einem Drittel Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen, heißt es in den Unterlagen. Doch zugleich steht dort, dass das Bauprojekt hinsichtlich der „wirtschaftlichen Tragfähigkeit“ überarbeitet worden sei. Fest steht offenbar, dass rund um die Höfe auch Freibereiche geschaffen und das Quartier für die Allgemeinheit geöffnet werden soll. Von Seiten der Investoren wird die Überprüfung mit „geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ begründet. Das Projekt Hofstatt war zum Ärger der Geschäftsleute an der Sendlinger Straße unter anderem deshalb ins Stocken geraten, weil die LBBW mit finanziellen Problemen zukämpfen hatte.

Silke Lode
 

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