Von Alfred Dürr
Bogenhausen – Großbürgerliche Villen mit meist herrschaftlichen Portalen und prächtigen Fassaden prägen eine der exquisitesten Lagen der Stadt. Das hier ist bestes Bogenhausen: Die Möhlstraße beginnt beim Friedensengel und erstreckt sich mit ihren 35 Anwesen inmitten alter Bäume kaum mehr als 800 Meter parallel zur Ismaninger Straße.
Aber es gibt auch Verfall und Veränderung in dieser vornehmen Gegend. Nach dem Krieg entstand beispielsweise auf der Hausnummer 28, wo sich einst eine noble Villa befand, ein Klinikbau. Dort kam später das Klinikum rechts der Isar unter. Doch dieses Haus ist inzwischen auch schon Geschichte. Das Gebäude wurde gerade abgerissen, und nun ist vorerst nur ein großes, freies Grundstück zu sehen. Die Möhlstraße bekommt bis 2014 modernen Zuwachs – der sich allerdings vom Stil her in das historisch gewachsene Umfeld einfügen soll.
Geplant ist auf dem Areal ein fünfgeschossiges Bürogebäude mit klassischer Fassade, effektvoll unterteilten, bodentiefen Fenstern und einem Mansard-Walmdach mit Gauben. Entworfen hat das Projekt das Münchner Architektenbüro Meier-Scupin und Partner, das schon bei anderen Vorhaben – zum Beispiel beim Neubau der Münchner Bank gleich neben dem Dom in der Fußgängerzone– einen sensiblen Umgang mit den Vorgaben des Denkmalschutzes gezeigt hat. Hin zur Ismaninger Straße soll außerdem ein separates Gebäude mit 18 Wohnungen im gleichen Baustil entstehen. Unter dem Bürohaus wird es eine Tiefgarage geben – in dieser Gegend sind schließlich auch bequeme Parkplätze von großem Vorteil.
Die Münchner Bauwerk Capital, die in der Stadt vor allem mit sogenannten Premium-Immobilien sehr erfolgreich tätig ist, entwickelt und vermarktet diesen exklusiven Neubau mit speziellem Altbau-Flair. Als Zielgruppe hat man etwa große Anwaltskanzleien im Blick. „Alt und Neu verbindet sich hier perfekt“, sagt Markus Bachmaier von der Bauwerk Capital. Neueste Standards also in klassischer Hülle: Innen sei das Haus mit funktionalen Räumen und modernster Technik ausgestattet. Das Ambiente, inklusive der umgebenden Grünanlage, vermittle aber den Charme eines herrschaftlichen alten Gebäudes. So schafft man eine Nische für finanzkräftiges Klientel, das auch den besonderen Wert der Umgebung zu schätzen weiß.
Vor zehn Jahren gründeten der Marketing-Fachmann Jürgen Schorn und der Architekt Christoph Lemp ihr Unternehmen, das vor allem auf anspruchsvolle und teure Objekte setzt. Man startete mit einem Umsatz von 3,5 Millionen Euro im ersten Jahr, zwei Jahre später war man bereits bei 19 Millionen Euro. 2011 konnte Bauwerk Capital mit 146 Millionen Euro das bislang höchste Ergebnis seit Gründung vorweisen. Qualität bei Lage und Architektur setzt sich durch, lautet die Maxime. Beispiele sind die Hofstatt auf dem ehemaligen Areal der Süddeutschen Zeitung oder das Quartier am Dom-Pedro-Platz in Gern. Jetzt kommt also ein Bürohaus – und auch das soll den hohen Qualitätsansprüchen genügen.