Form & Function: Futuristisch. Die Popstars unter den Architekten. Die Trendsetter. Die Architektur-Stars

Die Presse hat schnell viele Bezeichnungen für das Architektentrio rund um Wolfram Putz, Thomas Willemeit und Lars Krückeberg bereit.
 

„Inspiration hat keine Grenzen. Unsere Architektur auch nicht“

Die GRAFT-Architekten im Gespräch über WAVE und seine einzigartige Wasserlage, Berlin, ihre Leitideen und eine Architektur ohne Grenzen.

Was macht WAVE zu einem typischen GRAFT-Projekt?

GRAFT: GRAFT steht für Offenheit gegenüber Neuem und verfolgt einen integrativen Ansatz. Das typische GRAFT-Projekt strebt nach einem ganzheitlichen, parametrischen System, das mit ästhetischen Vorstellungen überrascht. GRAFT Architektur ist stets das Ergebnis mannigfaltiger Einflüsse: Umfeld, historischer Kontext, Klima, Programm, Technik, Nachhaltigkeit, Erwartungen des Bauherren – all das kommt auch im Entwurf für WAVE zusammen.

Nennen Sie drei Eigenschaften, die den WAVE-Charakter definieren.

GRAFT: Urban. Offen und mit viel Licht. Hybrid.

Wie war Ihre Herangehensweise an WAVE?

GRAFT: Wir betrachten zuerst den einzigartigen „Genius Loci“ – den Standort an der Spree mit seinen Blicken, Nachbarschaften und den Phänomenen, die nur ein Wasserstandort einer Lage schenkt. Reflexionen des Lichts, Weite des Blickes. Für diese Qualitäten wurde der Entwurf optimiert.

Was sind die Zitate der Architektur an die besondere Lage?

GRAFT: Das Gebäude nutzt eine gekurvte Formensprache auf seiner Spreeseite, die uns erlaubt, erzählerisch eine Brücke in die Traumwelten des Wohnens am Wasser zu schlagen. Die Maximierung der Fassadenlänge durch die geschwungene, wellenartige Aushöhlung des klassischen Berliner Blocks garantiert einen Wasserblick für die Mehrheit der Wohnungen. Zur Stralauer Allee hin transformiert sich das Haus in eine kubische Sprache, findet dadurch einen formalen Anschluss an die Architektur des gründerzeitlichen Viertels im Norden.

Sonne und Wasser, ein Haus wie eine Superyacht – wie setzen Sie diese Assoziationen um?

GRAFT: Alle Wohnungen Richtung Spree fangen das Licht der Südsonne ein, ermöglichen einen Panoramablick auf das Wasser und reflektieren das Licht wie eine Welle aus Glas unter der Sonne. Auch in der speziellen Innenausstattung, der Wahl der Materialien und mit Aufmerksamkeit bis ins kleinste Detail wird die Assoziation Wasser aufgenommen und in Bootsbaudetails übersetzt. Immer wieder wird der Bewohner dadurch an die besondere Lage und Atmosphäre erinnert. Der Balkon verstärkt das Schiffsgefühl, indem er wie eine Reling die Grenze zum Wasser bildet.

Die WAVE-Außenanlagen erweitern das Wohnen um eine neue Dimension. Worauf haben Sie dabei besonders Wert gelegt?

GRAFT: Die Aktivierung des Dachs als „urban beach“: Vielen Wohnungen ist ein Anteil an den Sundecks zugeordnet, die von kre_ta Landschaftsarchitektur gestaltet wurden. Wie ein Garten im Himmel über Berlin. Außerdem gibt es Community-Sundecks und den Hofgarten zur Spree, der zahlreiche Blickbezüge aufs Wasser und zur anderen Uferseite entstehen lässt und sich in zwei je einem Gebäude zugeordneten Gärten gliedert.

Sie leben selbst in Berlin. Was macht die Bundeshauptstadt zum Wohnen besonders attraktiv?

GRAFT: Die Stadt ist spannend, weil sie so vielfältig ist. Die ständige Veränderung, das Unfertige und das Widersprüchliche machen Berlin so lebhaft und interessant. Der Standort von WAVE am Friedrichshainer Spreeufer ist ein gutes Beispiel für die rasante Entwicklung Berlins.

GRAFT ist mehr als „nur“ Architektur – welche Philosophie hat GRAFT?

GRAFT: Uns interessieren vor allem die Kombinationen aus verschiedenen kreativen Ansätzen – und wir übersetzen diese in Architektur, was sie reicher und interessanter macht und einen Mehrwert für den Ort kreiert.

Ihre Projekte verteilen sich über den gesamten Globus. Wie international kann Architektur sein?

GRAFT: Inspiration hat keine Grenzen, so ist auch unsere Architektur Ländergrenzen überschreitend. Trends und Märkte werden in unseren Projekten mit eingebunden, wir verfolgen keinen internationalen Stil, sondern eher einen Hyper-Regionalismus, einen Hybrid aus verschiedenen Einflüssen. Unsere internationalen Teams bilden den Grundstein der Architektur und somit einen Teil des internationalen Erfolgs.

Inwieweit haben Sie als Architekten die Möglichkeit, soziales Verantwortungsbewusstsein zu zeigen?

GRAFT: Jedes Projekt bietet seine eigenen Möglichkeiten, sich mit sozialer Verantwortung zu beschäftigen. Bei WAVE achten wir auf eine gute Qualität und die Verwendung nachhaltiger Materialien. Die Möglichkeiten sind aber unendlich, solange man den Mut hat, etwas zu machen und Eigeninitiative zu zeigen. Wir stoßen dies in vielen Beispielen an: dem Solarkiosk, der Make it Right Foundation oder Heimat2, einem Konzept für modulares Wohnen, das gerade in Zeiten der Flüchtlingsbewegung aktuell ist. Diese Projekte werden in dem Buch „Architecture Activism“ beschrieben.

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