Am 23. August wäre der Architekt Paul Schneider-Esleben 100 Jahre alt geworden

Köln-Bonn: der erste Drive-In-Flughafen der Welt. Das Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf – der erste Stahlskelettbau mit Vorhangfassade in Deutschland...In München erinnert jetzt eine spannende Ausstellung an den Pionier der deutschen Nachkriegsmoderne.

Innovationen. Vielseitigkeit. Begriffe, die untrennbar mit dem Architekten Paul Schneider-Esleben verbunden sind. 1915 als Sohn eines Düsseldorfer Architekten geboren, war ihm das Entwerfen und Bauen wohl schon in die Wiege gelegt. Nach den Kriegswirren absolvierte er sein Architekturstudium und machte sich dann schnell einen Namen: mit Deutschlands erster gläserner Park-Hochgarage in Düsseldorf, in die Autos über eine vor der Fassade aufgehängten Rampe in die Höhe fuhren. Als erster deutscher Architekt hängte er die Fassade eines Hochhauses an ein Stahlskelett: Das Mannesmann-Hochhaus war damit ein tausendfach kopierter Prototyp in der hiesigen Nachkriegsarchitektur. Aber auch Einfamilienhäuser und Sakralbauten wurden von Schneider-Esleben auf eindrucksvolle Weise konzipiert. Ebenso hinterließ der Rheinländer in München seine Handschrift. Das in den 1960er Jahren in Nymphenburg von Schneider-Esleben erbaute Jesuitenkloster „Redukt“ erfuhr 2009 durch Bauwerk Capital einen Relaunch: zeitgemäßes Wohnen in Verbindung mit dem sensiblen Umgang des Erbes eines Ordenshauses.

Noch bis zum 18. Oktober widmet die Pinakothek der Moderne Schneider-Esleben die erste Retrospektive seines Gesamtwerks. Diese zeigt nicht nur die prominenten Großprojekte, sondern auch weniger bekannte Entwürfe sowie Möbel- und Schmuckdesign. Dass diese Ausstellung in München stattfindet, mag verwundern. Das liegt aber daran, dass er seinen architektonischen Nachlass bereits 1994 dem Architekturmuseum der TU München vermachte.

Vom 16.07. bis 18.10.2015:
Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München
 

Bildcredit © Rolandschule Düsseldorf/ Architekturmuseum TUM, Fotograf Inge Goertz-Bauer

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