Ein Kristall, der von innen leuchtet

Die Münchner Architekten Allmann, Sattler und Wappner sind bekannt für innovative und eindrucksvolle Architektur. Neben FRIENDS können sie auf weitere, einzigartige Projekte zurückblicken – eines davon befindet sich nur zwei Kilometer von den Wohntürmen entfernt: die Herz-Jesu-Kirche, die nicht nur nachts einen glanzvollen Anblick bietet...

Von der Wiesn nach Neuhausen: Die Geschichte der Herz-Jesu-Kirche begann 1890, als die ehemalige Dorfkirche wegen des enormen Bevölkerungswachstums zu klein wurde. Für den Neubau griff der damalige Architekt auf die Holzkonstruktion einer Festhalle der Theresienwiese zurück – 1944 brannte die Kirche bei einem Bombenangriff der Alliierten jedoch bis auf die Tabernakel nieder. Anschließend wurde sie 1948 bis 1951 mit Teilen eines ehemaligen Kinos der Obersalzberger Wachmannschaften wieder aufgebaut, bevor sie 1994 erneut durch einen Brand zerstört wurde.

Überraschend anders: 1996 erhielt das damals noch junge Büro Allmann Sattler Wappner den Zuschlag für den dritten Kirchenneubau, was ein überraschend modernes und architektonisch beeindruckendes Raum-im-Raum-Konzept zur Folge hatte: Aus dem Gerüst eines Stahlskeletts entstand ein einfacher Glaskasten (H: 16 m x B: 21 m x L: 48 m) mit blauen, transluzenten Seitenflächen, der einen hölzernen Schrein, den ei­gent­li­chen Got­tes­dienst­raum, umhüllt. Eine Konstruktion aus 2.000 senkrecht stehenden Holzlamellen lässt unterschiedlich viel Licht in den Innenraum der Kirche fallen, wodurch eine sakrale Stimmung erzeugt wird. Am auffälligsten sind allerdings die riesigen Kirchentore, welche die komplette Vorderseite der Herz-Jesu-Kirche schließen und als die größten der Welt gelten. Leider werden sie nur an speziellen Feiertagen geöffnet – an allen anderen Tagen ist die Kirche durch zwei kleine Schlupftüren im Hauptportal zu betreten.


Bildcredit © Florian Holzherr

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