Goldig? Nein. Spektakulär! Lange Zeit war die Fassadengestaltung nur Mittel zum Zweck

Heute ist sie Stilmittel und schon fast eine Modeerscheinung: außergewöhnliche Fassaden, die sich strahlend und glänzend präsentieren. Und das in einer Farbe, die uns alle seit jeher fasziniert und Sehnsüchte hervorruft.

Goldene Fassaden – ein neuer Trend? Könnte man meinen, wenn man die derzeitige Entwicklung im Bereich Fassadengestaltung beobachtet. Gold als Gestaltungsfarbe wurde jedoch schon viel früher eingesetzt, um repräsentativen Gebäuden noch mehr Glanz zu verleihen. Bereits bei den Inkas, während der kolonialen Architektur der Barockzeit oder auch während des Rokoko: Golden schimmernde Fassaden sind in der Architekturgeschichte keine Seltenheit. Mit den heutigen technischen Finessen ist sogar noch mehr möglich: Ob Aluminium, Edelstahl oder sogar Beton – als Paneele verwendet und mit Goldtönen veredelt, kann das Exterieur jeder Architektur für besonderes Aufsehen sorgen. Auch Glas mit integrierten Goldfasern oder metallische Fassadenverkleidungen, die wie Scherenschnitte anmuten, sind heute im Einsatz. Glänzende Beispiele für diese „Verpackungskunst“ sind die Shoppingmall „Emporia“ in Malmö/Schweden, das Fraunhofer Transferzentrum Adaptronik TZA in Darmstadt, die atemberaubende PGE Arena im polnischen Gdansk oder das temporäre Bauprojekt „switch+“, das als Besucherzentrum zugunsten der international renommierten Freiluft-Ausstellung „Skulptur Projekte Münster 07“ entstand. Mit seiner eindrucksvollen, goldglänzenden und perforierten Fassade aus einer Kupferlegierung wurde „switch+“ innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsmagneten.

Auffällige Fassadengestaltungen sind aber nicht nur öffentlichen Gebäuden vorbehalten. Das aktuelle Neubauprojekt T19 von Bauwerk Capital, das von den Architekten Landau + Kindelbacher entworfen wurde, ist mit einer Rückfassade aus Metall ausgestattet, deren Lochmuster zeitgenössische Individualität symbolisiert. Auch die elektrisch betriebenen Faltläden, die zum Sonnenschutz dienen, tragen dasselbe Erscheinungsbild. Gleichzeitig ist die Frontfassade durch den Jugendstil der denkmalgeschützten Umgebung architektonisch inspiriert und zeigt, dass modernes Design hervorragend mit Tradition harmonisieren kann.
 

Bildcredit © Skulptur Projekte Münster 2007/ Foto: Thorsten Arendt/artdoc.de

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