Das Fahrrad als Mobilitätslösung der Zukunft

Berlin steht auf Platz 10, München auf Platz 15 – für die erfolgsverwöhnten, deutschen Städte, die regelmäßig für ihre hohe Lebensqualität ausgezeichnet werden, ein eher mittelmäßiges Ergebnis. Die Rede ist vom „Copenhagenize Index“, der jedes Jahr die fahrradfreundlichsten Städte weltweit kürt. Wie das Urban Cycling zur Verkehrswende in unseren Städten beitragen kann, zeigen uns vor allem die skandinavischen Städte.

Der dänische Architekt Jan Gehl ließ vor 50 Jahren einige Straßen in Kopenhagen für den Autoverkehr sperren und wollte so die Stadt auf ein menschliches Tempo verlangsamen. Nicht erst seit den drohenden Fahrverboten für Diesel-PKW steht nachhaltige Mobilität hierzulande ganz oben auf der Agenda: Dem Fahrrad kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Wie der öffentliche Raum in Städten neu geordnet und lebenswerter gestaltet werden kann, zeigen innovative und kreative Fahrrad-Projekte aus Kopenhagen oder Utrecht. Als Spitzenreiter im „Copenhagenize Index“ punkten sie, wenn es um Fahrrad-Infrastruktur, Leihräder oder das Sicherheitsgefühl beim Radfahren in der Stadt geht.

Cycle Super Highways und Lufttankstellen
Dank konsequenter Förderung des Fahrradverkehrs fahren 56 Prozent aller Kopenhagener täglich mit dem Rad. Wichtigste Weichenstellung: Dem Fahrrad wird Priorität eingeräumt. Wie ein roter Teppich rollt die Stadt breite Radwege für die Radler aus, die durch Bordsteine von der Straße und den Gehwegen getrennt und oft auch farblich markiert sind. Wer mit ca. 20 km/h unterwegs ist, kann mit der „Grünen Welle“ durch die Stadt rollen – die richtige Geschwindigkeit wird über grüne LED-Lichter im Boden angezeigt. Auch an sinnvolle Details wurde gedacht: Die Mülleimer an den Radwegen sind in fahrradfreundlichem Winkel geneigt und so auch vom Rad aus einfach zu treffen. Rad-Pendler aus den Umlandgemeinden nutzen ein ausgeklügeltes Netz von Radschnellwegen, die sogenannten „Supercykelstier“. Lufttankstellen an den „Cycle Super Highways“ sorgen für ausreichend Luftnachschub. Dass Fahrrad-Infrastruktur im urbanen Raum auch ästhetisch ansprechend gestaltet sein kann, beweisen die eleganten Fahrradbrücken, die beispielsweise Kopenhagens Hafen mit der Innenstadt verbinden. Highlight ist die „Cirkelbroen“-Brücke im Stadtteil Christianshavn, die vom dänischen Künstler Olafur Eliasson entworfen wurde und optisch von der Form eines Segelschiffs inspiriert ist.

Das größte Fahrradparkhaus der Welt
Der Fahrrad-Boom in den Städten zieht jedoch auch logistische Herausforderungen nach sich. Sinnvolle Abstellflächen in den Städten sind mehr gefragt denn je. Auch hier sind unsere nördlichen Nachbarländer schon einen Schritt weiter: In der niederländischen Stadt Utrecht steht das weltweit größte Fahrradparkhaus und bietet Platz für 12.500 Bikes. Auch in der deutschen Hauptstadt soll es bald eines geben. Berlin plant bis 2020 60 neue Radwege zu schaffen. Nicht nur stadtplanerisch, sondern auch bei neuen Wohnprojekten nimmt die Bedeutung des Fahrrads sowie nachhaltiger Mobilitätslösungen allgemein zu.

Wohnprojekte mit E-Mobility-Konzept – ein Zukunftsmodell
Laut dem deutschen Zweirad Industrieverband liegt rund die Hälfte aller PKW-Fahrten hierzulande unter fünf Kilometern, ein Viertel gar unter zwei Kilometern. Diese Distanzen könnten vor allem im urbanen Umfeld bequem mit Fahrrädern und E-Bikes zurückgelegt werden. Wohnprojekte wie SOLID Home in Frankfurt setzen schon jetzt auf E-Mobilität: Mit dem E-Roller Schwalbe wurde nun erstmalig und einmalig in Deutschland eine Kooperation umgesetzt. Als Projektentwickler verfolgt Bauwerk einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Aspekte rund um die Immobilie wie Mobilität, Interior und Küchen mitdenkt.

Mehr Informationen unter: Pressemeldung, Frankfurt 26.09.2018

Bildcredits Cirkelbroen © Anders Sune Berg

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