Wir richten uns an Individualisten, die etwas Aussergewöhnliches suchen

Das Münchner Unternehmen Bauwerk Capital hat sich als Projektentwickler sowie Berater und Vermarkter von anspruchsvollen Wohnungen in den Metropolen München, Frankfurt und Berlin einen Namen gemacht. Sein derzeit spektakulärstes Projekt entsteht direkt an der Spree am ehemaligen Osthafen – ein Neubau mit Platz für 161 Premiumwohnungen, entworfen vom Architekturbüro Graft. Der Name: Wave Waterside Living Berlin. Wir treffen Jürgen Schorn, Geschäftsführer von Bauwerk Capital, im Showroom von Wave zum Interview. Bevor das Gespräch beginnt, präsentiert er zunächst den Ausblick aus dem Fenster, den die zukünftigen Bewohner von Wave jeden Tag haben werden, und erzählt, wie er sich damals, als es darum ging, ob Bauwerk Capital das Objekt übernehmen wolle oder nicht, innerhalb von zehn Minuten dafür entschied.

Herr Schorn, was hat Sie damals überzeugt? Was macht den Standort hier so besonders?

Einiges: Die Lage an der Spree ist einzigartig. Wir befinden uns an der breitesten Stelle der Spree, mit dem Wahrzeichen, dem Molecule Man, direkt vor der Haustür und in einem Umfeld, das sich in den vergangenen Jahren extrem verändert hat. Firmen wie Coca-Cola, Universal oder Zalando haben hier ihren Sitz. Für uns war es ein Reiz, den Gründergeist eines Start-ups wie Zalando aufzunehmen: Wir gehören zu den wenigen Wohngebäuden in der Meile von der East Side Gallery bis zur Elsenbrücke.

Und zu den wenigen in der Stadt, die so nah am Wasser liegen ...

Wasserlagen – ob am Fluss, am See oder am Meer – sind immer die begehrtesten Lagen, schon weil man gern in der ersten Reihe wohnen möchte. Läge das Objekt 50 Meter weiter weg von der Spree, wären wir wahrscheinlich nicht so mutig gewesen. Unser Architekturbüro Graft hat sich intensiv mit diesem Ort auseinandergesetzt und es geschafft, das Thema Wasser in der Architektur fortzuführen. Daher haben wir keinen viereckigen Kasten, sondern eine amorphe Situation der Balkone und der Fassade zum Wasser hin, in der sich die Wellen des Wassers förmlich widerspiegeln.

Wer wird hier später wohnen? Wer ist die Zielgruppe von Wave?

Solche Lagen kosten Geld. Das Bauen in so einer Lage kostet Geld. Das heißt aber nicht, dass wir die Superreichen suchen oder Menschen, die Wohnungen sammeln. Wir hatten immer den Traum, auch das Berliner Publikum zu erreichen – was wir tatsächlich unter anderem tun. Wir richten uns an Individualisten, die etwas Außergewöhnliches suchen. Es wird Menschen geben, die Wave wahnsinnig toll finden; anderen wird es nicht gefallen. Wir wollen gute Architektur machen, die durchaus polarisiert.

Apropos Architektur: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Graft?

Das Architekturbüro war schon gesetzt. Wir haben das Objekt von einem Projektentwickler übernommen, der schon mit den Architekten gemeinsam überlegt hatte, was man an diesem Standort machen kann. Als wir uns mit diesem Grundstück, mit dieser Option beschäftigten, haben wir sehr schnell gesehen, dass die progressive, unkonventionelle, selbstbewusste Denke von Graft super zu unserer Firmenphilosophie passt. Graft schafft wirklich Unikate. Das gelingt ihnen, weil sie zunächst den Ort genau analysieren und sich überlegen, wie die Architektur dort aussehen muss. Bei Wave ist das in perfekter Weise passiert. Alleine, dass es durch die Wellenform der Gebäude gelungen ist, 70 Prozent aller Wohnungen mit Spreeblick zu kreieren, ist bemerkenswert.

Gibt es noch weitere Besonderheiten?

Es gibt einen Concierge, mit dem man per App kommuniziert. Ein- bis zweimal in der Woche ist er vor Ort, ansonsten aber immer elektronisch erreichbar. Ebenso lassen sich Licht, Heizung und Sonnenschutz per App steuern. Wir wollen das nicht überziehen, aber wenn es um den Komfort, um Sicherheit und Bequemlichkeit geht, dann wird es mithilfe digitaler Mittel entsprechend umgesetzt.

Welches Konzept gibt es für den Innenraum?

Die Grundrisse haben wir selbst erstellt, aber dann geht es ja noch um das Thema Möblierung. Unsere Idee war, für Kapitalanleger, die nicht in Berlin wohnen, eine fertige, optimal für die Vermietung gestaltete Lösung zu schaffen. Dafür sind wir eine Kooperation mit dem Berliner Unternehmen Minimum eingegangen. Die haben uns – vornehmlich für die kleineren Wohnungen – Ausstattungspakete geschnürt. So bekommt man, wenn man will, eine voll ausgestattete Wohnung – »ready to move in«. Das sind Lösungen, die Firmen in der Umgebung in erster Linie für ihre Führungskräfte beziehungsweise leitenden Angestellten oder Fachleute anfragen, da diese die Wohnungen nur für einen bestimmten Zeitraum benötigen.

 

Dieses Haus verbreitet Optimismus

Verantwortlich für den Entwurf von Wave ist das renommierte Architekturbüro Graft, gegründet 1998 von Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit. Graft unterhält Büros auf drei Kontinenten und arbeitet weltweit. Im Gespräch erklären die Architekten ihre Idee von Wave.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Projekt wie Wave entwickeln?

In unseren Projekten erzählen wir immer eine ganz spezielle, ortsgebundene Geschichte. Jenseits stilistischer Scheuklappen suchen wir nach einer bestimmten Formensprache sowie nach einer Möglichkeit, Rituale des Wohnens zu verwirklichen, die zu einem freieren Blick verhelfen. An Wave lässt sich das sehr gut erklären: Jeder möchte am Wasser leben – die Stadt und die Bewohner von Kreuzberg sehen den Wohnungsbau dort aber eher kritisch. Deshalb haben wir die offene Linie am Wasser verlängert. Wir haben den Innenhof genommen und ihn als Raum der öffentlichen Promenade hinzugefügt. So haben wir eine Lösung gefunden, die gegensätzliche Interessen vereint: die städtischen, die einen Promenadenweg am Wasser sehen wollen, aber auch die verständlichen Interessen des Marktes und eines Entwicklers, der möglichst viel Wasserblick verkaufen möchte.

Was hat Sie konkret an dem Standort an der Stralauer Allee gereizt?

Offensichtlich befindet sich Wave an einem der begehrtesten Standorte in Berlin. In jeder anderen mitteleuropäischen Stadt, die an einem Fluss liegt, sind solche Grundstücke nicht mehr verkäuflich. Wir haben hier die große Aufweitung der Spree, den Blick auf das Wasser und die Ausrichtung hin zur Südsonne. Zudem stehen in der Nachbarschaft durchaus einige Landmarks. Wave hebt sich sowohl durch seine skulpturale Wirkung als auch durch seine smarte Ausführung von der umgebenden Bebauung ab. Darauf sind wir stolz.

Wie ist das zu verstehen? Was ist so smart an Wave?

Wave ist smart, weil wir hier gleichermaßen die größtmögliche Flächenausnutzung sowie eine hohe Qualität von Gemeinschaftsflächen erreicht haben. Eine grüne, parkähnliche Vorzone kann von Bewohnern wie von Spaziergängern zugleich genutzt werden und ermöglicht so die Begegnung miteinander. Das finden wir intelligent. In der Formensprache sehen wir auch die Beschäftigung mit einer bionisch-organischen Sehnsuchtswelt, wie man sie aus dem 20. Jahrhundert kennt, wie sie in Berlin aber eher selten erhalten geblieben ist. Insofern finden wir auch, dass dieses Haus einen Optimismus verbreitet. Berlin legte den Fokus lange auf den Wiederaufbau des Alten. Das Haus ist erfrischend modern und menschlich.

Was gefällt Ihnen persönlich an Wave ganz besonders?

Der Dachgarten. Bei Wave aktivieren wir die gesamte Dachfläche und unterstreichen dort nochmals den Community-Gedanken. Neben den Privatgärten der Penthouse-Besitzer stehen den Bewohnern einzelne Gartenflächen mit Hecken, Bäumen und kleinen Rückzugsorten zur Verfügung. Das ist in Berlin bisher einzigartig.

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