Der Elisabethmarkt

Selbstverständlich ist es hier bei Kaiserwetter besonders schön. Auf dem Schwabinger Elisabethmarkt, romantisch eingebettet zwischen Nordend- und Elisabethstraße, ist das Angebot allerdings bei jeder Witterung königlich. Benannt nach Kaiserin Sisi ist die kleine Schwester des Viktualienmarkts ein Ort der Sinnlichkeiten, ein Schlaraffenland der Genüsse.

Sisi hätte es geliebt. Erst durch die ausgefallenen Läden der Hohenzollernstraße zu bummeln, dann entlang der herrschaftlichen Häuser der Franz-Joseph- und Elisabethstraße zu flanieren, um schließlich auf ein ganz besonderes Fleckchen Schwabing-Wests zu stoßen: den Elisabethmarkt. Bunt zusammengewürfelt wechseln sich hier „Marktstandln“ mit kleinen gemauerten Häuschen ab. Überall riecht es verführerisch, an jeder Ecke Leckereien. Zum Mitnehmen oder für den sofortigen Genuss vor Ort.

Ein ganz anderes Schmankerl, das der Elisabethmarkt bietet, ist die Beobachtung seiner Besucher. Dabei erblickt man weniger Touristen als vielmehr Anwohner und die eher selten gewordene Spezies des „echten Münchners“. Gut im Blick hat man die Szenerie vom Biergarten des „Milchhäusls“ aus. Dazu einen Sprizz oder ein Weißbier und schon kann das Kino losgehen.

Übrigens war das „Milchhäusl“ nicht immer ein Ort, an dem man das eine oder andere Laster genießen konnte. Im Gegenteil. Hier ging es noch wirklich besonders gesund zu, als der Arzt und Antialkoholiker Carl Brendel Ende des 19. Jahrhunderts den Bau des „Milchhäusls“ anregte. Persönlich wachte er darüber, dass hier jeden Morgen um 5 Uhr Milch ausgegeben wurde. Sein Ziel war die gesündere Lebensweise der Bevölkerung und speziell die „Eindämmung des Völkergifts Alkohol“. Mit nur mäßigem Langzeiterfolg, wie man heute sehen kann.

Insgesamt gibt es auf dem Elisabethmarkt 15 verschiedene, aber durchwegs feine Verkaufsstände mit allem, was das Herz begehrt. Unser Tipp: Stand Nummer 11. Im „Chalet du fromage“ ist einfach „alles Käse“. Und das schätzen auch die vielen Spitzenköche, die hier einkaufen...

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