Ausstellung „World of Malls. Architekturen des Konsums“ in der Pinakothek der Moderne

Shopping Malls: Sinnbild für Urbanität und Konsum, ein globales Phänomen, über deren Einfluss Stadtplaner, Soziologen und selbst Psychologen seit Jahrzehnten diskutieren.

Das Image: nicht das beste. Funktionale Bauten ohne architektonischen Gestaltungsanspruch; nicht enden wollende Verkaufsflächen mit den immer gleichen Ladenketten, die zu einer Abwertung der gewachsenen Geschäftslagen im Stadtzentrum beitragen, zum „Trading Down“, dem Verlust an Sortimentvielfalt, Kompetenz und Attraktivität.

Kritik hin oder her: Die Masse strömt in Malls. Allein in Deutschland gehen 16 Prozent der Bevölkerung mindestens 1x im Monat in eines der 463 Einkaufszentren. In den USA, in Asien und den Emiraten haben die größten Malls bis zu eine Million Besucher pro Tag.

Die erste „introvertierte“, komplett überdachte und voll klimatisierte Shopping Mall entstand 1956 bei Minneapolis. Es wurde ein – damals noch außerhalb der Stadt liegender – Ort geschaffen, an dem die Menschen in Kontakt treten: neben Geschäften gab es eine Schule, einen Hörsaal und einen Eislaufplatz.

Mit der Eröffnung des Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach bei Frankfurt begann 1964 der Siegeszug der Shopping Malls auch in Deutschland. Als „Arcaden“, „Passagen“, „Galerien“ oder „Foren“ bezeichnet, avancierten sie nach und nach zu urbanen Erlebnisräumen, zu eigenen Stadtquartieren, die kommerziellen mit sozialem Raum verknüpfen. Derzeit größte Bedrohung: der Onlinehandel.

Heute sind architektonisch hochwertige sowie innovative Konzepte gefragt, die noch andere Funktionen außer Shoppen und Essen bereithalten. Prominentes Beispiel: Bikini Berlin, „urbane Oase inmitten der Stadt, ein Urban Hub und Social Universe“ – eine Shopping Mall mit Büroflächen, Kino, Hotel, temporär anmietbaren Flächen und öffentlicher Dachterrasse.

Die Ausstellung des Architekturmuseums der TU München zeigt an 23 Beispielen die verschiedenen weltweiten Ausprägungen des kontroversen Bautypus sowie den spektakulären Transformationsprozess der Shopping Mall in den letzten 65 Jahren.

14. Juli bis 16. Oktober 2016
Dienstag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr // Donnerstag 10:00 – 20:00 Uhr

Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
Arcisstraße 21
80333 München

Bildcredit © Thomas Meyer
Schloss-Arkaden Braunschweig, Grazioli und Muthesius Architekten, 2005-2007, Braunschweig, Deutschland

Top