Die Paracelsus-Geburtsklinik in der Mozartstraße 21 gibt es nicht mehr

Stattdessen entsteht in den ehemaligen Räumen der Klinik unter Obhut der Münchner Produktentwicklungsgesellschaft Bauwerk Capital eine neue Wohnanlage.

Im Nachhinein konnte nicht ermittelt werden, ob er bereits den ganzen Tag auf der Lauer gelegen hatte oder ob es einfach ein Zufallstreffer war. Fest steht jedenfalls, dass der Mann noch am selben Tag zur Tat schritt, an dem Bauwerk Capital das Projekt online auf die Webseite des Unternehmens gestellt hatte. Er unterzeichnete den Reservierungsvertrag und warf damit den zweiten Anwärter auf dieselbe Einheit um wenige Minuten aus dem Rennen.

„Keine Höfe, keine Residenz, kein Palais, nur schöne Wohnungen.“ Mit diesen Worten vermarktet die Produktentwicklungsgesellschaft ihr jüngstes Bauvorhaben Mozartstraße 21. Zwölf Wohnungen finden in dem dem Bauhausstil angelehnten Objekt Platz. Baubeginn soll noch im Herbst dieses Jahres sein, Ende nächsten Jahres sollen die neuen Bewohner der Anlage bereits einziehen können. Vorbild für den Stil der Immobilie sei E 28 gewesen, eine Wohnanlage in der Erich-Kästner-Straße 28 mit 14 Einheiten, von denen die Hälfte noch vor Vermarktungsbeginn verkauft worden war, erklärt Jürgen Schorn, Geschäftsführer von Bauwerk Capital.

 

Penthaus mit Alpenblick

Wie dieses Gebäude setzt auch die Mozartstraße 21 auf Geschosse, die Stockwerk für Stockwerk zurückweichen. Allerdings waren es bei E 28 alle Etagen, während es im Falle des Bauwerks in der Isarvorstadt lediglich die oberen Etagen sind. Hier – in den Stockwerken fünf und sechs – befindet sich auch die größte Einheit des Objekts, das 254 m2 große Penthaus mit im Preis inbegriffenem Blick auf die Alpen. Fünf Zimmer bietet es laut Baubeschreibung. Das mit 63 m2 kleinste Appartement innerhalb der Wohnanlage kommt auf zwei Zimmer, die restlichen Einheiten bieten zwei, drei, vier oder fünf Zimmer. Drei Wohnungen sind Maisonetten, der Rest Geschosswohnungen.

Männer in weißen Kitteln, Frauen mit dicken Bäuchen, Babys: Bis vor kurzem hieß die Mozartstraße 21 noch ganz anders, nämlich Paracelsus-Klinik. An die in Stahlbeton/ Massivbauweise mit Lochfasssade und Natursteinen in den 70er Jahren errichtete Geburtsklinik wird nach dem Umbau nichts mehr erinnern. Anstelle von aneinandergereihten Standardzimmern mit Linoleumböden und Einheitsbädern in Krankenhausoptik haben Bothenhardt, Zeitler, Blaimberger Architekten und Ingenieure individuell geplante Einheiten gesetzt. Eichenparkett und Design-Bäder gehören zum umstrukturierten Objekt ebenso dazu wie raumhohe Fenstertüren mit Sonnenschutzverglasung und gläsernen Balkonbrüstungen. Jede Einheit erhält einen Balkon oder eine Terrasse, jeder Bewohner einen Einzelstellplatz in der Tiefgarage im zweiten Untergeschoss. Zwölf Stück integriert das Objekt, befahrbar direkt von der Mozartstraße aus über einen Autolift, und wer ein Elektroauto besitzt, kann dies in der hauseigenen Elektrotankstelle auftanken.

 

Zielgruppe Premium-Klasse

Mit ihren außergewöhnlich großen Schlafräumen, den Masterbädern, Ankleiden, Koch-Ess-Wohnfluchten und so manchen Extras wie Sauna und Turmzimmerchen richtet sich das von der Pöttinger Unternehmensgruppe entwickelte Objekt an eine gehobene Zielgruppe. Und ein überdurchschnittliches Einkommen sollte schon haben, wer sich die Verkaufspreise zwischen 5.100 und 9.800 Euro/m2 leisten will.

Dafür darf er dann in dem Viertel wohnen, dessen Straßen nach den berühmtesten Musikern der Welt benannt sind: Schubertstraße, Beethovenstraße oder eben Mozartstraße heißen die Verbindungswege nahe der Theresienwiese und dem Goetheplatz. Kleine Privatkliniken, herrschaftliche Villen und nette Plätze kennzeichnen die Gegend. Von der U-Bahn-Station Goetheplatz bringt der öffentliche Nahverkehr die Bewohner des Viertels in vier Minuten zum Marienplatz. Zu Fuß sind es wenige Meter zum nächsten Geschäft, zum nächsten Restaurant oder zum nächsten Café.

Genau so etwas habe er schon seit Jahren gesucht, erklärte der erste Wohnungskäufer denn auch seinen schnellen Entschluss. Kein Wunder, dass Bauwerk Capital von der Resonanz des Objekts so überzeugt ist, dass die Gesellschaft in puncto Marketing ganz auf Understatement setzt. Entsprechend heißt der zweite Werbespruch der Anzeigenkampagne: „Gemäß unserer Firmenkultur verzichten wir bei unseren Immobilienangeboten auf Maklerdeutsch. Daher: Zwölf große Wohnungen in der Ludwigsvorstadt, Mozartstraße 21.“ (cry)

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