Im Münchner Museumsviertel entstehen Atelierhäuser mit offenen Grundrissen und einem besonderen Lichtkonzept

Von Sebastian Hepp

Sie seien „eine Hommage an die Künstlertradition der Maxvorstadt“ und ihr Konzept basiere darauf, „den Ateliercharakter des Viertels konsequent in ein zeitgenössisches Wohnkonzept zu übersetzen“. Mit diesen Worten wirbt Bauwerk Capital in dem entsprechenden Exposé für seine vier Atelierhäuser, die der Bauträger in der Augustenstraße 29 nahe dem Königsplatz errichtet. Schon im Jahr 2010 war das Projekt, für dessen architektonische Gestaltung Eva Durant und Andreas Notter vom Büro Tools Off Architecture mit Sitz in München und Hamburg verantwortlich zeichnen, im Rahmen des Wettbewerbs „Jung, schön und noch zu haben – die besten Immobilien Münchens“ ausgezeichnet worden. Den Wettbewerb veranstaltet das Portal Real-estate-selected.com jedes Jahr. Laut Jury-Urteil handelt es sich um „ein Beispiel gelungener städtischer Nachverdichtung“. Das Objekt schließe auf intelligente Weise eine Baulücke zwischen Nachkriegsbauten und integriere qualitätvolle Architektur in das bestehende Münchner Stadtbild, so die Juroren.

Mit den Atelierhäusern will Bauwerk Capital Individualisten, Stadtliebhabern und Familien „die Möglichkeit bieten, in einem Kunst- und Museumsviertel von internationalem Rang mit sozial gefestigten Strukturen“ zu leben. So „individuell, stilvoll und vielseitig“ wie das Viertel selbst sollen auch die noch nicht vollständig fertiggestellten Atelier-Einfamilienhäuser mit ihren offenen Grundrissen, ihren Dachterrassen und ihrer großflächigen Fassadenverglasung werden. Dabei bestünden Wahlmöglichkeiten zwischen einem offenen Loftausbau mit vier Zimmern und einer Grundrissgestaltung mit bis zu sechs Zimmern. Die Atelierhäuser werden laut Bauwerk Capital nach dem Vorbild eines urbanen Einfamilienhauses umgesetzt und stellten „eine moderne Interpretation der Loftgebäude-Architektur im Londoner Stadtteil Soho“ dar. Sie bieten Wohnflächen von 190 bis zu 201 Quadratmetern. Der Lebensraum erstrecke sich vom Erdgeschoss mit großer Terrasse über die beiden Obergeschosse, die per Panorama-Verglasung miteinander verbunden seien, bis zum Dachgeschoss mit Westausrichtung und großer Sonnenterrasse.

Jürgen Schorn, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter von Bauwerk Capital, hebt insbesondere das Lichtkonzept des Neubauprojekts hervor. So würden die großen Atelierfenster, die die Räume mit blendfreiem Zenitlicht versorgten, für eine „außergewöhnliche Belichtung“ auf der Nordseite sorgen. Auch die Lichtführung entlang der internen Treppe zeige, dass die Nutzung von natürlichem Tageslicht bei diesem Projekt im Vordergrund stehe: Durch ein Glasdach hindurch setzte das Licht die Rückwand des Gebäudes in Szene und dringe durch die transparente Treppenkonstruktion von der Dachterrasse bis ins Kellergeschoss. Das Innere der Häuser wird dem Bauträger zufolge durch eine „minimalistische Formensprache“ geprägt sein. Die Wohnräume würden mit hochwertigen Eichendielen, die Bäder und WCs mit Feinsteinzeug ausgelegt. Die Aufenthaltsräume würden mit Fußbodenheizung, die Bäder mit Handtuchheizkörpern versehen. Die Atelierhäuser liegen eingebettet in einen ruhigen und begrünten Innenhof, zur Augustenstraße hin abgetrennt durch das neu errichtete Vorderhaus. Dieses ist ebenfalls Bestandteil des Projekts von Bauwerk Capital, nach Angaben des Bauträgers entstehen im oberen Teil mit seiner zweischaligen, puristischen Glasfassade Eigentumswohnungen, im unteren Gewerbeeinheiten. Da die Art der Nutzung derzeit noch nicht feststehe, sei die Fassadengestaltung des Gewerbekomplexes noch offen. Der Zugang zu den Atelierhäusern führt über einen Fußweg durch den Innenhof. Er sei zu jedem einzelnen Haus auch durch die Tiefgarage im Untergeschoss möglich. Dort stünden pro Haus jeweils zwei Einzelstellplätze mit einer Ladevorrichtung für Elektroautos zur Verfügung.

Ein weiteres nicht alltägliches Detail: Die Tiefgaragenzufahrt erfolgt über einen Autolift, der von der Augustenstraße aus befahren wird. Nicht alltäglich sind auch die Preise, die man für die Atelierhäuser bezahlen muss: Sie bewegen sich zwischen ungefähr 1,18 Millionen und 1,34 Millionen Euro, der Durchschnittspreis pro Quadratmeter beläuft sich auf etwa 7000 Euro.
Noch nicht verkauft und auch noch nicht reserviert ist aktuell nur noch eines der vier Häuser. Es hat vier Zimmer, etwa 192 Quadratmeter Wohnfläche und kostet ungefähr 1,4 Millionen Euro. Nach den Worten von Bert Hippmann, Geschäftsführer der Redag Living A 29 Immobilien GmbH, der Bauherrin und Eigentümerin, habe man das Grundstück in der Augustenstraße vor dreieinhalb Jahren im Bieterverfahren erwerben können – zu Konditionen, die angesichts der „derzeitigen Grundstückspreise“ in München vergleichsweise moderat gewesen seien. Die darauf entstehenden Atelierhäuser sollen im Frühsommer 2012 bezugsfertig sein. Sebastian Hepp Tausende Wohnungen und Häuser werden jedes Jahr in München und Umgebung gebaut. Das Angebot ist vielfältig. Unter der Rubrik Neubau stellen wir vor, was wo entsteht.

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