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FLEXIBEL, DIGITAL, VERNETZT /
WIE MILLENNIAL PARENTS DAS WOHNEN VERÄNDERN

Wichtig ist ihnen nur der nächste Instagram-Post oder das Smashed Avocado Toast in der angesagtesten Location der Stadt– die Millennials haben den Ruf selbstdarstellerischer Narzissten, die von Technik besessen und bindungsunfähig sind. Doch die Teenies von gestern sind heute zwischen 24 und 38 Jahren, viele haben feste Partner und: Sie sind Eltern geworden – und definieren als Millennial Parents Familie neu. Dabei prägen sie mit ihrem Lifestyle nicht nur Konsumgüterindustrie, Reisebranche und Arbeitswelt, sondern auch das Wohnen von morgen.

 

Erlebnisse statt Besitz

Karriere, Konto, Dienstwagen – klassische Statussymbole haben bei den Millennials ausgedient. Was ihnen wichtig ist, sind Erlebnisse. Auch mit Kind wollen sie ihren Lebensstil beibehalten. Sie wollen Entdecker bleiben, sie wollen digital, sozial-medial und rundum dabei sein, hinter die Kulissen blicken. Sie wollen Teil der Entwicklung sein, nicht nur Konsument. 

Das Attribut „authentisch“ ist wichtigstes Kaufargument – egal, ob beim individuellen Reiseerlebnis mit Kind oder beim Sneaker aus recyceltem Ozeanplastik für den Nachwuchs. Die Geschichte hinter dem Produkt, das Echte, das Authentische macht Produkte für sie attraktiv.

Bei der Wohnungssuche achten Millennial Parents deshalb wieder verstärkt auf Werte wie Vertrautheit, Identität, Gemeinsamkeit. Fanden ihre Eltern dies früher in der Dorfgemeinschaft auf dem Land, schätzen die jungen, modernen Familien die Vorteile der Stadt. Zusammenhalt und Nachbarschaft: ja. Aber bitte im urbanen Kontext.

Quartiere sind deshalb häufig die Antwort auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe. Sie bieten mit Sharing-Angeboten Gemeinschaft und punkten mit zukunftsweisenden Mobilitäts-Konzepten. Dabei zählt nicht mehr nur die Innenstadt-Lage. Gute Erreichbarkeit und eine starke lokale Identität gewinnen für die Millennial Parents immer mehr Bedeutung.

 

Sharing und Digital Lifestyle

Vernetzung ist ein weiterer Leitgedanke der neuen Eltern-Generation: Die Peer-Group, mit der sie den gleichen Lifestyle, die gleichen Ansichten und Werte über Familie und Erziehung teilt, wird wichtiger als die biologische Familie. Aus dem Nebeneinander von Nachbarn wird ein Miteinander. So wie sie Sharing Economy Dienste wie Uber oder AirBnB nutzen, werden Dinge des Familienlebens mit anderen geteilt – Spielsachen, Rasenmäher oder die Nanny. Sharing-Flächen in einem Quartier sind zur Vernetzung essenziell: Auf der gemeinsamen Dachterrasse spielen die Kids miteinander oder lernen beim Urban Farming, wie Gemüse angebaut wird, in der Community Kitchen wird aus dem Geernteten ein leckeres Essen zubereitet.

Als Digital Natives sind Internet und Social Media selbstverständlicher Teil des Familienlebens. Die New York Times zitierte eine Familienexpertin mit den Worten: „Google is the new grandparent, the new neighbor, the new nanny."

Millennial Parents holen sich Antworten zu Erziehungsfragen heute nicht mehr von Eltern oder Großeltern, sondern konsultieren Facebook-Gruppen, Instagram Hashtags oder Mommy-Blogs. Ihr tägliches Leben – Mobilität, Einkauf und das Zuhause – organisieren sie per App. Mehrwerte wie Smart Home, Quartiers-Apps oder smarte Paketbox-Systeme spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Wahl der Immobilie.

 

Work-Space-Flexibility

Flexibilität ist ein Grundbedürfnis der Generation: Die klassische Arbeitswelt mit 9-to-5 Jobs im Büro wird abgelöst durch flexible Arbeitsformen. Home Office und Co-Working Spaces für Selbstständige und Start-ups lassen die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben zunehmend verschwinden. Der Vorteil für die jungen Eltern: Kinderziehung und Geldverdienen lassen sich besser vereinbaren. Doch mit der Work-Space-Flexibility ändern sich die Anforderungen ans Zuhause: Raumkonzepte müssen flexibel, multifunktional und offen gestaltet sein, damit Wohnen und Arbeiten unter einem Dach funktionieren kann. Modulare Möbel, die aus dem Küchentisch im Handumdrehen ein Home Office werden lassen, sind wichtiger Bestandteil der Wohnung.

 

Der Lifestyle der Millennials verändert unsere Lebenswelt: Flexibel, digital, vernetzt – und was für Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie, den Einzelhandel oder die Arbeitswelt gilt, ist auch fürs Wohnen der Zukunft entscheidend – und das nicht nur für Familien.

 

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Bildcredit
© iStock / Katie_Martynova

Quellen:
www.nytimes.com / www.verywellfamily.com / www.businessinsider.de / www.qiio.de

 

 

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