KI-BoosterFuerKreativität

- Trend & Vision
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt ist hochgelobt und gleichzeitig stark umstritten. Das wirft auch bei Bauwerk Fragen auf. Welches Potential schafft Künstliche Intelligenz im Marketing? Wirkt sie wertschöpfend oder ist sie riskant?
Anja Keller, Leiterin Marketing bei Bauwerk Capital, teilt ihre Gedanken und Erfahrungen zum Einsatz von KI in der Kommunikation bei Bauwerk.
Mai 2026

AI everywhere
Vor kurzem bin ich auf ein Interview mit James Briscione gestoßen. Der Amerikaner zählt nicht nur zu den Spitzenköchen unserer Zeit, er wurde weltweit vor allem bekannt, weil er an der Schnittstelle von Kulinarik und Künstlicher Intelligenz arbeitet. Kurz gesagt: Er verbindet klassische Kochkunst mit datengetriebenem Aromaverständnis und gilt als einer der Pioniere, die KI früh in die Küche gebracht haben. Im Gespräch skizzierte Briscione die Integration von KI beim Kochen mit einem sehr positiven Blick. Für ihn fördert sie Kreativität, setzt neue Impulse frei und ermöglicht erweiterte Perspektiven auf sein eigenes Handwerk.
Gelesen habe ich das Interview in einer Zeit, in der wir – wie jede Woche, jeden Tag, jede Stunde – polarisierende „News“ zur Künstlichen Intelligenz erfahren: München fragt sich, ob das offizielle Oktoberfest-Plakat mit einer KI generiert wurde, die Telekom nimmt in der bayerischen Landeshauptstadt eine der größten KI-Fabriken Europas in Betrieb, das ZDF hat ein Video mit einer KI-Szene veröffentlicht, aber nicht entsprechend markiert. Und unzählige Medien hinterfragen wie viele Arbeitsplätze an die KI verloren gehen werden. Viel Information, viel Input. Eventuell spielte auch das eine Rolle dabei, dass ich dem Interview mit Koch Briscione besondere Aufmerksamkeit schenkte. Aber nicht nur. Ich habe meine Arbeit bei Bauwerk und die Themen, mit denen ich mich beruflich im Rahmen von Marketing, Kommunikation und der Einbindung von KI beschäftige, in den Schilderungen von Briscione wiedergefunden. Ich habe Parallelen gesehen.


KI-Boost
Im Bauwerk Marketingteam arbeiten wir jeden Tag mit Künstlicher Intelligenz – in verschiedener Art und Weise. Auch unsere Partner und Experten, mit denen wir gemeinsam neue Immobilienmarken schaffen, unsere Website gestalten, Online-Kampagnen umsetzen oder Visualisierungen und Bewegtbild produzieren, tun es.
Wenn James Briscione davon spricht, dass KI seine Arbeit in Sachen Kreativität fördert, kann ich das nur bestätigen. Ein Beispiel: Wenn wir die Marke für eine neue Wohnimmobilie kreieren, ist Kreativität alles. Im schöpferischen und gestalterischen Prozess ist KI dann unser Sparrings-Partner, der uns im Spielfeld von Naming, Logo und Branding experimentierfreudig zur Seite steht, unsere Ideen bereichert und beflügelt.
Und auch wenn wir gemeinsam mit 3D Artists neue Visualisierungen, Animationen oder virtuell generierte Filme für unsere Neubauimmobilien erstellen, ist die KI dabei. Hier ist sie ebenfalls Inspirationsquelle und noch viel mehr technischer Fortschritt. Direkt in den Programmen und den Render-Engines integriert, arbeiten Visualisierer mit KI an der Modellierung und Gestaltung von digital generierten Bildern – ob statisch oder bewegt. Das hat insbesondere Einfluss auf Prozess, Geschwindigkeit und Effizienz.

Der feine menschliche Unterschied
Viele Menschen fragen sich zurecht und auch genau diese Bereiche und Arbeiten betreffend, ob Künstliche Intelligenz Aufgaben übernimmt, mehr noch Berufe und Arbeitsplätze abschaffen wird. Bedenken, Vorbehalte und eine kritische Hinterfragung sind essenziell. So schaffen wir einen Diskurs, der uns weiterbringt, uns Chancen und Risiken abwägen lässt.
Ich erfahre den Einsatz von KI in meinem Arbeitsumfeld als positiv – und das auch, weil er mir zeigt, dass unsere menschliche Intelligenz weiterhin gebraucht wird. Kurz zurück zu James Briscione. Auf die Frage, welche Schwierigkeiten KI-Programme im Kontext Kochen am meisten haben, ist seine Antwort klar: Intuition. KI weiß nicht, wann etwas zu viel ist, zu viel Würze, Bitterkeit, Schärfe. Oder auch wann Textur nicht schmeckt, weil zu weich, oder zu hart. Das alles weiß aber der Mensch. Auch hier zeichnen sich Ähnlichkeiten zu meiner Arbeit.

Unser Feingefühl, das Gespür für Look und Feeling, das Austarieren von emotionalem Kontext, das alles macht erst überzeugend echt und authentisch, was wir mit fachlichen Instrumenten – und ja auch dem Einsatz von KI – erarbeiten.
Beim Storytelling und dem Verfassen von Texten wird das besonders anschaulich. KI-gestützte Chatbots kommen hierbei oft zum Einsatz, um Content und Informationen für Websites oder Broschüren zu generieren. Der künstliche Texter schafft dabei nur dann Qualität und hohes Niveau, wenn der Nutzer entsprechend prompted. Anders gesagt: Das Ergebnis ist nur so gut, wie die Expertise und Fähigkeit des Users, der die KI nutzt. Vor allem bei Tonalität, Takt und Tiefe tut sich KI schwer. Hier wird oft sichtbar, wie wichtig das menschliche Sprachgeschick und die intuitive Sensibilität „zwischen den Zeilen“ ist. Diese Intuition, unser menschlich intrinsisches Vermögen, ergibt sich vor allem aus unserer Erfahrung, der Kenntnis und der Einschätzung, was es braucht, um ein Produkt wie das der Immobilie, erfolgreich zu vermarkten. Was also immer menschlich bleibt, ist die Intuition, mit der wir Marketing und Kommunikation gestalten.
Im Schwarm intelligent
„Menschelt“ es, ist es gut. Das erfahre ich auch, während wir KI in unser interdisziplinäres Teamwork, das bei Bauwerk gelebtes Modell ist, einfließen lassen. Wenn wir gemeinsam neue Wohnimmobilien konzipieren und entwickeln, bringt unsere Schwarmintelligenz das Wissen aus allen Fachbereichen – Produktentwicklung, Architektur, Vertrieb und Marketing – zusammen.
Dieser gemeinsame Denkprozess resultiert in Ergebnissen, die überzeugend und marktfähig sind. Und ja, auch der Einsatz von KI über diese Disziplinen hinweg hat fortschrittlich und wirtschaftlich positiven Einfluss. Was aber zwischen den Teams und Menschen passiert, wenn sie Erfolge schaffen und Herausforderungen meistern, ist immanent wertschöpfend. Nicht nur die Bedeutung jeder einzelnen Leistung wird dann sichtbar, auch das Miteinander wird zu einem unwiederbringlichen unternehmerischen Wert.


Work recoded
KI wird für wahrscheinlich alle Branchen zum strategischen Hebel für Resilienz, Wachstum und Differenzierung. Zudem wird sie Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich beeinflussen. Was aber auch klar ist: In vielen Berufen wird die menschliche Komponente weiterhin entscheidender und prägender Faktor sein, der Erfolg und Nicht-Erfolg definiert. Vor allem in Bereichen, wo Kreativität gefragt ist.
In meinem beruflichen Umfeld, wo die planerische Vision von Architektur und Produktentwicklung mit kommunikativem Gestaltungsvermögen und ideenreichem Marketing zusammenkommt, erlebe ich das jeden Tag. Hier wird Wesen und Identität von Arbeit und Ergebnissen durch kreative Köpfe geschaffen.
KI unterstützt uns beim Erreichen unserer Ziele. Sie verändert Prozesse und codiert den Weg neu. Das ist bereichernd und macht uns zukunftsfähig.
- GDI, Gottlieb Duttweiler Institute: https://gdi.ch/publikationen/trend-updates
Bildmaterial & Video:
© Bauwerk / © Sorin Morar
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