THE FUTURE
OF TRAVEL

2019, das Jahr der Rekorde: Fast 250 Millionen Passagiere starteten oder landeten auf deutschen Flughäfen, über 3 Millionen deutsche Passagiere verbrachten ihre freie Zeit auf Kreuzfahrtschiffen, die Urlaubsausgaben lagen mit über 73 Milliarden auf Rekordniveau. Dann: Corona. Die Tourismusindustrie zählt zu den Branchen, die weltweit am stärksten von der Krise betroffen sind. Doch wer genauer hinsieht, stellt fest: Schon lange vorher ebneten die Debatte über Klimafolgen und Overtourism, eine neue Work-Life-Balance und die voranschreitende Digitalisierung den Weg für einen gesellschaftlichen Wertewandel. Dieser beeinflusst auch das Reiseverhalten.

 

Bewusst erleben

Jenseits von Pauschalurlaub, Massentourismus und Jetset-Mythos etabliert sich seit geraumer Zeit „Slow Travel“ als neue und nachhaltigere Form des Tourismus: Das Tempo drosseln, Qualitätserlebnisse wahrnehmen, bewusst genießen statt nur Eindrücke sammeln. All das hat mit einer neuen persönlichen Haltung zu tun, bedingt durch das Gefühl, dass die Welt schneller und der Alltag komplexer werden. Zeiten des Resets, des Pausierens, Tiefdurchatmens und Anhaltens werden umso wertvoller. Dabei dient diese Form des Freizeitkonsums keineswegs nur der Erholung von den Strapazen des hektischen Normalzustands, sondern wird vielmehr vom Wunsch nach persönlichem Wachstum getragen: Das Slow-Erlebnis wirkt langfristig im Alltag nach und lehrt uns, auch abseits der Freizeit fokussierter, klarer, inspirierter und neugieriger zu werden.

 

Individualität statt Mainstream

Der Erfolg von Plattformen zum Mieten privater Wohnungen und Häuser zeigt das Bedürfnis der Menschen nach Authentizität, Atmosphäre und individuellen Reiseerfahrungen. Sie ermöglichen den Besuch und das Kennenlernen von Orten, die ansonsten nicht angesteuert werden – und Erlebnisse und Entdeckungen mit Einheimischen, die man ansonsten nie kennenlernen würde. Die Popularität basiert auf dem Prinzip der Instant Privacy: Wohnzimmer statt Hotelzimmer ist das Motto auf der Suche nach privater Entspanntheit.

Um Tourismus bewusst zu reduzieren und die Umwelt zu schützen, werden auch Reisen an unbekanntere Reiseziele in den kommenden Jahren zunehmen. Nach einer Studie von Booking möchten sich 62% der deutschen Reisenden an einer Reduktion von übermäßigem Tourismus beteiligen. Ebenso wären 47% bereit, ihr ursprüngliches Reiseziel durch ein weniger bekanntes zu ersetzen, wenn sie wüssten, dass dieses die Umwelt weniger belastet. Und knapp 50% fänden es hilfreich, via App Reiseziele vorgeschlagen zu bekommen, bei denen Tourismus eine positive Auswirkung auf die lokale Bevölkerung hätte.

 

Der Weg ist das Ziel

Statt der ständigen Angst, etwas zu verpassen, und dem Bedürfnis, so schnell wie möglich so viel wie möglich zu sehen, wird es zukünftig hauptsächlich darum gehen, es beim Reisen langsam angehen zu lassen. In der bewussten Entscheidung für eine langsamere Route zum Ziel liegt das Versprechen, anders zu erleben, besser zu entspannen und bewusst etwas für die Umwelt zu tun. Die dazu passenden Transportmittel wie Camper, Bullis, Hausboote oder auch historische Züge gewinnen deutlich an Beliebtheit.

Seit Corona ist das Angebot für individuelle Reise-Mobile aufgrund der hohen Nachfrage stark angewachsen. Neue, digitale Vermarktungsplattformen sind entstanden, Reiseblogs von Weltenbummlern, die den Spagat zwischen Arbeit und Freizeit smart vereinen, erreichen Kultstatus und geben Impulse für die eigenen Reisepläne. Haben Sie einmal ausprobiert, wie bereichernd und spannend es ist, abseits der ausgetreten Pfade auf eigene Faust unterwegs zu sein?

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen inspirierenden, genussvollen und natürlich erholsamen Sommer! 

 

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Quellen: 
Tourismus nach Corona / Slow Travel 
Deutscher Reiseverband DRV
FUR Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V.
Wirtschaftswoche
Booking.com

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